Sexualität

Zwei Mädchen mit langen Haaren liegen mit dem Rücken auf der Motorhaube eines alten Autos. SIe unterhalten sich und die Sonne scheint.

Sexualität ist ein sehr persönliches und intimes Thema, mit dem sensibel umgegangen werden muss. Sexualität kann aber vor allem auch eines sein: lustvoll und sehr vielfältig. Es gibt Menschen, die reden viel über Sexualität, schmusen gerne in Seen, masturbieren im Dunkeln, finden Sex theoretisch gut, aber praktisch langweilig. Anderen ist es lieber, nicht so viel darüber zu reden oder öffentlich zu zeigen.

Sexualität ist nichts, für das sich Menschen schämen sollten, auch nicht für die Entscheidung, mit wem oder wie sie ihre Sexualität leben möchten. Es ist das Recht von jeder und jedem, darüber selbst zu entscheiden.

Mit Sicherheit sind Sexualität und Sex nicht nur zur Fortpflanzung da, wie es die „Lebensschützer“ meinen. Sexualität ist Lust und Leidenschaft und kann die schönste Sache der Welt sein. Sex kann auch sein, sich selbst und den eigenen Körper zu entdecken und Lust zu verschaffen. Oder den Wunsch zu haben, eine andere Person zu berühren oder berührt zu werden.

Sex nur zwischen Mann und Frau?

Sex ist nichts, was ausschließlich zwischen einem Mann und einer Frau stattfinden muss.

Menschen begehren andere Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen. Voraussetzung bei Liebe und Sex sollte immer sein, den anderen Menschen zu respektieren und anzuerkennen. Homosexualität, also gleichgeschlechtliches Begehren, ist keine Strafe und Gott hat sowieso nichts damit zu tun, so wie es einige der „Lebensschützer“ behaupten. Wenn Homosexualität als Lebensform in dieser Gesellschaft anerkannt wird, werden sogenannte Homo-Heiler, wie sie sich auch in den Reihen der „Lebensschützer“ finden lassen, überflüssig, die die Unsicherheit der Menschen bei diesem oft Scham besetzten Thema schamlos ausnutzen.

Aufklärung statt Verbote

Sexualität findet nicht nur in der Ehe statt. Viele denken, dass sie durch Enthaltsamkeit und das Warten auf den oder die Richtige/n die Wirren von Liebe und Sexualität umschiffen können. Wir finden, dass es möglich sein soll, eigene Vorstellungen von Sexualität zu entwickeln und zu lernen, wie wir darüber sprechen können. Denn nicht darüber zu reden ist auch keine Lösung! Hier hilft nur Aufklärung und nicht Verklärung. Das sieht man zum Beispiel an den Raten von Teenager-Schwangerschaften in den USA: Sie sind dort am höchsten, wo Enthaltsamkeits-Kampagnen am meisten Verbreitung finden. Die nicht vorhandene Aufklärung von jungen Menschen, etwa über Verhütungsmöglichkeiten, führt nicht dazu, dass sie keinen Sex haben wollen. Sie werden stattdessen eher ungewollt schwanger und so oft in eine Ehe gedrängt, die sie nicht wollen. Und Verhütungsmittel schützen ja nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften, sondern auch vor Ansteckung mit sexuell übertragbaren Erkrankungen. Genau deswegen sollten Menschen in ihrem sexuellen Begehren ernst genommen und nicht durch Angstmacherei und Verbote verunsichert werden.

Ein offener Umgang mit Sexualität und das Wissen über eigene Vorlieben und Grenzen kann schützen. Etwa davor, über eigene Grenzen zu gehen oder Dinge zu erleben, die in einem einvernehmlichen und respektvollen Sexualleben nicht passieren sollten. Um zu wissen, was eine und einer selbst mag, braucht es ein sensibles Umfeld, in dem offen über Sexualität gesprochen werden kann. Dazu gehört auch sexuelle Aufklärung, die Menschen darin unterstützt, selbst zu entscheiden, ob und wie sie verhüten. Oder ob, wo, mit wem und wie sie Sex haben wollen.