Familie

Eine lächelnde Frau kniet auf einer Straße und hält ein Kind auf dem Arm. Im Hintergrund sieht man einige parkende Autos.

Viele stellen sich, wenn sie an Familie denken, eine Mutter, einen Vater und Kinder vor. Aber es gibt ganz unterschiedliche Formen von Familie – zum Beispiel Alleinerziehende, Patchwork Familien, zwei Väter oder drei Mütter. Außerdem denken viele dabei an einen sicheren Ort, an einen Garant für das Kindeswohl. Gleichzeitig gibt es in vielen Familien Gewalt und Abhängigkeiten.

Die sogenannten Lebensschützer vertreten ein Familienmodell bestehend aus einem verheirateten Mann, seiner Frau und ihren biologischen Kindern. Sie wollen, dass Frauen und Männer die ihnen zugedachten Rollen in der Gesellschaft erfüllen. Die Mutter soll sich um den Haushalt und die Kinder kümmern, der Vater soll arbeiten gehen und das Geld nach Hause bringen. Das wichtigste Argument für das Familienbild der „Lebensschützer“ ist dabei immer wieder das Kindeswohl. Wir denken, dass es für alle – auch für das Kind – am besten ist, wenn Menschen sich nicht an starren Familienmodellen orientieren müssen, sondern in den Konstellationen leben können, in denen sie sich am wohlsten fühlen.

Ehe – „Bis dass der Tod euch scheidet“

Viele empfinden die Ehe als „Bund fürs Leben“, der auf „wahrer“ Liebe fußt. Doch ein Ehevertrag wird nicht zwischen den beiden Eheleuten geschlossen. Vielmehr ist die Ehe ein Vertrag zwischen den Eheleuten auf der einen Seite und dem Staat oder der Kirche auf der anderen Seite. Letztere bestimmen dann mit, nach welchen Regeln sich eine Ehe gestaltet: wie sie geschlossen, gelebt und geschieden wird. Und im Falle einer christlichen Trauung ist eine Scheidung noch schwieriger als bei einer staatlichen. Aber Menschen verändern sich. Und es kann passieren, dass Eheleute sich nicht mehr lieben, dass sie sich nur noch auf die Nerven gehen, dass sie sich gern trennen würden. Weil eine Trennung im traditionellen Familienbild aber nicht sein darf, werden Konflikte verleugnet und Harmonie vorgegaukelt. Darunter leiden am Ende alle Beteiligten – die Eltern und die Kinder. Und noch etwas ist ein Problem, wenn Ehe die Norm sein soll: die Ächtung unehelicher Kinder.

Aber jedes Kind ist gleich wertvoll, egal ob ehelich oder unehelich geboren!

Biologische Abstammung

Nach der Vorstellung der sogenannten Lebensschützer sollen die Eltern möglichst viele, biologisch eigene Kinder haben. Sie wollen, dass Gottes Gebot die Menschen aneinander bindet. Doch die Realität sieht heute anders aus. Eltern lassen sich zum Beispiel scheiden, schwule und lesbische Pärchen bekommen Kinder., es gibt immer mehr Patchwork-Familien. Immer mehr Menschen übernehmen die Verantwortung für Kinder, die nicht ihre biologisch eigenen sind. Das nennt sich auch soziale Elternschaft – im Gegensatz zu biologischer Elternschaft.

Auch wenn die Lebensschützer gern etwas anderes sagen – manchen geht es auch darum, welche Familien Kinder bekommen. Wenn es nach ihnen ginge, sollen sich vor allem Deutsche fortpflanzen. Einige selbsternannte Lebensschützer bezeichnen Abtreibungen auch als „Dezimierung des deutschen Volkes“. In deren Weltbild ist nicht jedes Kind willkommen. So zu denken ist  rassistisch.

Kindeswohl

Die Eltern eines Kindes sollen aus einem Mann und einer Frau bestehen. Die sogenannten Lebensschützer behaupten, dass Kinder darunter leiden, wenn sie bei schwulen oder lesbischen Paaren aufwachsen. Denn dann bekämen sie psychische Probleme, weil ihnen ein männliches bzw. weibliches Vorbild fehle. Doch das stimmt nicht. Das zeigen auch viele wissenschaftliche Studien.

Wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder lieben, sich um sie kümmern und für sie da sind. Die sexuelle Orientierung der Eltern oder ob Kinder in Regenbogen- oder Patchwork-Familien oder bei Alleinerziehenden aufwachsen, spielt dafür keine Rolle! Das Problem entsteht erst dann, wenn Kinder mitbekommen, wie ihre Eltern oder sie selbst diskriminiert werden, weil sie nicht in das traditionelle Bild passen. Deshalb müssen sich die gesellschaftlichen Vorstellungen ändern!